Das Buch

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KANADA ist BÄRENSTARK

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Seit 2007 schreibe ich auch den gleichnamigen Blog: KANADA ist BÄRENSTARK, bitte Bild anklicken....

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wo wir zuhause sind.....

Dienstag, 8. November 2016

Leseprobe......


 

Das wohl Wichtigste, wenn man etwas abseits im Busch leben will, ist das Wasser.  Hier in dieser Gegend ist es kein Problem Wasser zu finden, trotzdem, muss man es erst finden!
Wir bestellten eine "Drilling Crew" aus Cranbrook, die so was professionell macht. Die rückten ein paar Tage später mit einem Lastwagen und ihrer Ausrüstung, bei uns auf dem Berg an. Ich war an diesem "Wassersuchvorgang" sehr interessiert und wich nicht von der Seite der Leute. Als sie dann aber ihre Wünschelrute auspackten, war ich doch überrascht. Dass man damit Wasser aufspüren kann, das wusste ich, aber trotzdem, war das denn auch verlässlich? Der junge Mann nahm die Rute in beide Hände und ging langsam, auf dem Stück Land --- wo wir gern eine Well gehabt hätten --- im Kreis herum. Ruhig schritt er den Platz ab. Nach ein paar Minuten hatte er gefunden, wonach er suchte und markierte die Stelle. Der Lastwagen mit dem riesigen Bohrer wurde exakt dorthin parkiert und es konnte losgehen. Aber vorher wollte ich die Wünschelrute auch ausprobieren und ich liess mir zeigen, auf was ich achten muss. Sie hat dann auch bei mir ausgeschlagen, aber so sicher wäre ich mir nicht gewesen. Der junge Mann erklärte mir auch, dass er nur wisse, dass da, an diesem Platz wo die Rute ausgeschlagen hat, Wasser sein muss, aber er wisse natürlich nicht, wieviel. So, wenn wir Pech haben, stossen wir bloss auf ein kleines Rinnsal und müssen eine neue Ader suchen! Aber irgendwo muss man halt anfangen und hoffen, dass es beim ersten Versuch klappt.
An diesem Tag im Juli 2001 war es über 30° heiss, Gottseidank haben wir genug Bäume auf dem Berg, wo wir im Schatten sitzen konnten. Um nichts hätte ich es "missen" wollen, dabei zu sein, wenn auf dem Sunny-Hill Wasser gefunden wird!                                                                Der Bohrer wurde mit der ersten Röhre in Position gebracht und dann: Motor an!! Ein ohrenbetäubender Lärm ging los, als der Bohrer sich langsam durch die Erde und das Geröll hämmerte. Durch einen dicken Schlauch wurde mit Druck rausgepumpt, was durch das Bohren aus der Erde gelöst wurde. Ich war beeindruckt, vom kompetenten Wissen der Crew. Anhand des aus dem Boden geholten Materials und der Erdstruktur, konnten sie ausmachen, wie die Chancen sind, bald Wasser zu finden. Die Luft war voller Staub und der Bohrer voller Schlamm, denn der musste immer wieder mit dem mitgebrachten Wasser, gekühlt werden. Die Rohre, die in den Boden gehämmert wurden, waren ungefähr sechs Meter lang und jedes Rohr kostete fünfhundert Dollar pro Stück. Jedes Mal, wenn ein neues Rohr angesetzt wurde, zählten wir mit. Die Bohrerei dauerte zwei Tage, bis der Schlauch endlich Wasser und nicht nur Staub und Lehm ausspuckte.                                                                                                  Kurz bevor das erste Anzeichen von Wasser kam, hatte der Chef der Crew etwas besorgt gesagt, dass sie nur noch zwei Rohre mehr nehmen würden. Wenn dann immer noch kein Wasser kommt, dann müsste man es an einer anderen Stelle probieren. Das ist nicht was man hören will – nicht, wenn schon neun Rohre im Boden stecken
Die Crew hatte sich bei unseren Nachbarn, auf der anderen Seite der Highway erkundigt, wie tief ihre Wasserbrunnen sind, um eine Ahnung zu bekommen, wo in etwa der Wasserspiegel liegen wird. Kaum war das nächste Rohr ein paar Meter nach unten geklopft, hörten wir ein gurgelndes Geräusch und es kam nur noch Luft aus dem Schlauch und dann, dann kam das Wasser!
 
Wir freuten uns alle wie kleine Kinder, denn auch für die Crew, ist es jedes Mal ein Erfolg! Erst kam das Wasser ganz braun, mit viel Lehm und Dreck. Das sei ganz normal sagten die Männer. Nach etwa einer Viertelstunde – das Wasser kam mit viel Druck aus dem Boden – füllten wir ein Glas mit Sunny-Hill-Wasser. Es war sauber und klar und riechen tut es auch nicht! Einer der Männer hielt mir das Glas hin und fragte mich, ob ich mich trauen würde, den ersten Schluck zu nehmen … es war mir eine Ehre! Dieses frische, kühle Wasser, schmeckte mir so gut.
Ich bin dankbar, dass wir eine so gute Quelle gefunden haben, die uns (hoffentlich) die nächsten Jahre mit gutem Wasser versorgen wird. 

Dienstag, 1. November 2016

Leseprobe.......aus BÄRENSTARK


Cougar kill


Über Nacht hatte es ein bisschen geschneit, nicht viel, aber alles war mit einer leichten Schneedecke zugedeckt. Wie jeden Morgen machte ich mich parat, um mit den Hunden einen Spaziergang zu machen. Gina und Maite warteten schon ungeduldig auf mich. Ich beeilte mich, nahm Mütze und Handschuhe und los ging’s. Wir gehen immer den gleichen Weg vom Haus weg, den Berg hoch. Nach der ersten Biegung –vielleicht 300m – sah ich etwas auf dem Weg liegen. Die Hunde waren schon dort und schnüffelten aufgeregt, nicht nur an dem was am Boden lag, nein auch rund herum. Beim näher kommen sah ich, dass ein kleinerer Hirsch, mitten auf dem Weg lag. An seiner Kehle klaffte eine grosse Wunde und ein Stück Fleisch war wie rausgebissen. "Um Gotteswillen, was ist den hier geschehen?" Auf dem Boden konnte ich Spuren sehen … grosse Abdrücke … um vieles grösser, als die von einem Hund oder einem Wolf … ein Cougar? Das ist ein Abdruck von einem Cougar, ich war mir fast sicher. Aber so nah am Haus?
Die beiden Mädchen nahm ich an die Leine und mit schnellen Schritten gingen wir zurück zum Haus, um Urs zu rufen. Zusammen gingen wir – ohne Hunde – noch mal zu der Stelle, wo der Hirsch lag. Urs gab mir recht, das sind Spuren von einem Cougar und … wir müssen eine Meldung machen. Wenn sowas passiert, muss man es dem Warden melden. Wir gingen zurück zum Haus, um anzurufen. Der Wildhüter war persönlich am Telefon und er versprach, gleich zu kommen. Er sah sich um und bestätigte unsere Annahme vom Cougar. Urs half beim Aufladen des Hirsches, denn den, nahm der Wildhüter gleich mit. Er brachte ihn weg, so dass der Cougar nicht mehr zurückkommen muss, um seine Beute wegzubringen. Der Warden meinte, dass irgend etwas das Tier gestört haben muss, sonst hätte er die Beute nicht nur getötet, sondern sie auch in Sicherheit gebracht! Mir war schon etwas mulmig im Magen, wenn ich mir vorstellte, dass sich ein Cougar – trotz der Hunde – so nahe an unser Haus traute. Der Warden beruhigte mich, sie (ein Trupp vom Wildschutzverein) würden mit Hunden, die speziell trainiert sind, die Gegend absuchen. Sollte der Cougar noch in der Nähe sein, würden die Hunde ihn aufspüren und verjagen. Normalerweise kommen sie nicht mehr zurück … wenigstens nicht gleich!